Augenärzte Dr. Michael Rödinger, Dr. Barbara Reck, Dr. Birigt Orth, Stuttgart West

Nachstarbehandlung mit Laser, YAG-LK

Was ist ein Nachstar ?

Bei der Operation des grauen Stares wird von der körpereigenen Linse die Kapsel belassen. Dort wird die neue künstliche Linse eingesetzt.

Im Laufe von Monaten oder Jahren nach der erfolgreichen Operation des grauen Stars (Katarakt) kann es zu einer Eintrübung der im Auge verbliebenen alten Linsenkapsel kommen, die das Sehen wieder verschlechtert. Es ist ein sog. Nachstar entstanden, der sich mit dem Laser ambulant entfernen lässt.

Wie geht die Behandlung vor sich ?

Die Behandlung ist schmerzlos und erfolgt an einer Untersuchungseinheit, wie Sie es von der üblichen Augenuntersuchung her gewohnt sind. Das betroffene Auge wird mit Tropfen betäubt. Zuvor wird die Pupille erweitert. Durch ein aufgesetztes Kontaktglas wird mit dem Laserstrahl der zentrale Teil der Nachstarmembran eröffnet. Je nach der Dicke der Membran sind ca 10 - 40 Lasereffekte nötig, bis eine genügend große Öffnung für eine klare Sicht entstanden ist. Nach erfolgreicher Laserbehandlung tritt in der Regel kein Nachstar mehr auf.

Gibt es andere Behandlungsmethoden?

Eine Behandlung mit Medikamenten ist nicht möglich. Ohne Behandlung schreitet der Nachstar in der Regel fort.

Der Nachstar kann auch chirurgisch abgesaugt werden. Dies wird heutzutage aber nur noch selten angewandt.


Welche Komplikationen können auftreten?

Die Nachstarentfernung mit Laser ist eine risikoarme Behandlung. Dennoch können Komplikationen auftreten.

Unmittelbar nach der Behandlung sehen Sie verschwommen, doch verschwindet dies in der Regel bis zum folgenden Morgen vollständig. Gelegentlich kommt es zu einem vorübergehendem Anstieg des Augeninnendruckes und/oder einer Entzündung im Augeninnern.

Kleine im Auge frei bewegliche Membranteile können als kleine frei schwebende Punkte wahrgenommen werden. Diese können etwas störend sein, sind aber völlig ungefährlich.

Die Laserstrahlen können gelegentlich kleine Kratzer in der Kunstlinse hinterlassen. Diese beeinträchtigen die Sehschärfe nach der Behandlung nur sehr selten.

Ein Herausgleiten der Kunstlinse aus der Hülle Ihrer ehemaligen Augenlinse ist extrem selten.

Der Augendruck steigt nach der Behandlung meist vorübergehend etwas an. Eine bleibende Drucksteigerung kommt vor, ist aber selten.

Eine bestehende chronische Entzündung im Augeninnern kann durch die Laserbehandlung selten einmal aktiviert werden.

Als Spätkomplikation kann es sehr selten noch Monate nach der Lasertherapie zu einer Flüssigkeitsansammlung in der Netzhautmitte (Makula) kommen (sog. zystoides Makulaoedem). Dadurch kann die Sehschärfe schlechter werden. Eine Behandlung mit Augentropfen oder Tabletten ist aber häufig in diesen Fällen erfolgreich.

Als schwerwiegendste Spätkomplikation kommt es sehr selten nach Monaten oder Jahren zu einer Netzhautablösung, die aber mit guten Erfolgsaussichten operativ behoben werden kann. Mögliche Symptome eines solchen Ereignisses können sein: akut aufgetretenes Blitzen im Augeninnern, Rußregen oder Einschränkungen des Gesichtsfeld durch Schatten- oder vorhangartige Gebilde. In diesen Fällen sollten Sie sofort Ihren Augenarzt/-ärztin aufsuchen.