Augenärzte Dr. Michael Rödinger, Dr. Barbara Reck, Dr. Birigt Orth, Stuttgart West

Laser-Behandlung der Netzhauterkrankung bei Diabetes mellitus, diabetische Retinopathie

Was ist eine diabetische Retinopathie?

Die Zuckererkrankung kann zu einer Schädigung vor allem der kleinen Blutgefäße im Körper, so auch in der Netzhaut führen.

Die Schädigung tritt vor allem bei schlechter Zuckereinstellung und erhöhtem Blutdruck auf. Die Wände der geschädigten Gefäße können undicht werden, was zu einer Schwellung der Netzhaut mit Ablagerungen und Blutungen führt.

In weiter fortgeschrittenen Stadien kommt es zu einem fortschreitenden Verschluß von immer mehr Blutgefäßen, so daß sich eine zunehmende Unterernährung der Netzhaut entwickelt. An den noch durchbluteten Gefäßen kommt es dadurch zu Auswucherungen minderwertiger Blutgefäße (Proliferationen). Diese wachsen in den Glaskörperraum. Sie können platzen, was zu einer Einblutung in den Glaskörperraum führt oder auch durch Zug an der Netzhaut eine Netzhautablösung hervorrufen kann.

Die genannten Veränderungen können zu einer erheblichen Einschränkung des Sehvermögens bis hin zur Erblindung führen.


Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Durch eine Laserbehandlung können undichte Gefäße verschlossen und damit weitere Blutungen und Ablagerungen verhindert werden. Die entstehenden Narben führen auch zu einer Verminderung des Wachstums der Gefäßwucherungen.

In seltenen Fällen ist eine Behandlung mittels Vereisung von Außen erforderlich.)

Die Behandlung wird oft mehrmals durchgeführt und wird bei weiterem Fortschreiten der Erkrankung wiederholt.


Wie wird die Behandlung durchgeführt?

Zur Laserkoagulation wird die Augenoberfläche mit Augentropfen betäubt, um ein spezielles Kontaktglas auf das Auge aufsetzen zu können. Durch dieses wird gezielt der Laserstrahl auf die Netzhaut geleitet. Die Behandlung kann etwas schmerzhaft sein. Während der Behandlung sitzen sie mit aufgestütztem Kinn an einer Laserspaltlampe, so wie sie es von der normalen Untersuchung gewohnt sind.


Wie sind die Erfolgsaussichten?

Voraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung ist immer eine gute Blutzuckereinstellung!

Die Netzhautveränderungen bei der diabetischen Retinopathie nehmen einen sehr unterschiedlichen Verlauf. Bei konsequenter Durchführung der Behandlungen kann in der Mehrzahl der Fälle ein weiteres Fortschreiten der Erkrankung gestoppt werden oder zumindest eine Verschlechterung hinausgezögert werden und das Auftreten schwerer Komplikationen (z.B. Glaskörpereinblutungen, Gefäßwucherungen auf der Iris, Netzhautablösung) verhindert werden.

Das Sehvermögen selbst hängt dabei von vielen Faktoren ab. Ist das Sehzentrum nicht mehr durchblutet, so ist mit einem Anstieg der Sehschärfe nicht zu rechnen. Nimmt die Schwellung der Netzhaut durch die Behandlung ab, kann es auch wieder zu einer Verbesserung der Sehschärfe kommen, wenn die Nervenzellen noch nicht zu stark geschädigt sind.


Welche Komplikationen können auftreten?

Es kann zu einer vorübergehenden oder bleibenden Sehverschlechterung kommen.

Eine Gesichtsfeldeinschränkung kann auftreten.

Das Sehen in der Dämmerung kann schlechter werden.

Trotz dieser Risiken empfehlen wird die Behandlung, da die Prognose ohne Laserbehandlung schlechter ist.